| 1 CD |
€ 14.95
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Preorder |
| Label Double Moon Records |
UPC 0608917148022 |
Catalogue number DMCHR 71480 |
Release date 29 May 2026 |
Der kreative Eigensinn ist sofort spürbar. Genauso wie der spielerische Geist. Eine Fotografie von vier Athleten, sichtbar von einem Spiel gezeichnet, im Trialog mit dem Namen der Gruppe und dem Albumtitel: Stefan Schöler Trio „Psalm B“. Eine seltsame, auf den ersten Blick eigentümliche Kombination. Stefan Schöler ist sich dessen bewusst. Er akzeptiert die Unberechenbarkeit dieser Wirkung. Die Fotografie, 1966 am Rand eines Gaelic-Football-Spiels in Dublin, Irland, von der weltberühmten Fotografin Evelyn Hofer aufgenommen, übte eine magnetische Anziehungskraft auf ihn aus. Er entdeckte sie in einer Hofer-Ausstellung im Museum Kurhaus in seiner Heimatstadt Kleve im äußersten Westen Deutschlands. Anschließend setzte er alles daran, die Erlaubnis zu erhalten, sie verwenden zu dürfen. Die Frage nach dem „Warum?“ löst sich in seiner eindringlichen Erklärung auf befriedigende Weise auf. Der Pianist und Komponist folgt seiner Intuition bedingungslos und reflektiert seine Entscheidungen zugleich sehr genau. In diesem Fall gelangt er schnell zu etwas „zutiefst Menschlichem“, das ihn an diesem Bild anspricht. Das wiederum entspricht Hofers Absicht, Natürlichkeit einzufangen. Und wie passt der Albumtitel dazu? Schöler baut keine intellektuellen Brücken. Für ihn ist der Begriff „Psalm“ im Laufe der Jahre zu einer Art Schlüssel für einen spirituellen Zusammenhang in seinem Werk geworden, ursprünglich aus einer konkreten religiösen Verbindung heraus. Vor einigen Jahren hat er diesen Bezug geöffnet. Selbst im Ausdruck dieser Athleten spürt er etwas davon. Das genügt. Und vielleicht entfacht es bei aufgeschlossenen Hörerinnen und Hörern gerade die Neugier und Offenheit für den Klanginhalt dieses Albums, Schölers viertem.
Die Einleitung des eröffnenden Titelstücks gibt den Ton vor. In Schölers hochpersönlicher Handschrift hört und spürt man genau jenes menschliche Element, das ihn bewegt. Sein Spiel ist feinfühlig und besitzt zugleich eine mühelose Klarheit. Dieser beinahe liedhafte, erzählerische melodische Ausdruck kehrt in den Stücken immer wieder, selbst in ihrer Komplexität. Seine enge Verbindung mit dem Bassisten Lukas Keller und dem Schlagzeuger Simon Bräumer, die beide bereits auf dem vorherigen Album „Folklore“ mitwirkten, führt zu einem ungebrochenen Fluss. Die führende Stimme des Pianisten gründet auf einem offenen, flexiblen Zusammenspiel der Bandleader ist zugleich ein aufmerksamer Teamplayer. Motive aus der Welt des Sports verbergen sich auch in den Titeln einiger Kompositionen: „Ronny & Francesko“ (Bobfahren) und „Bob Chigarillo“ (Bodybuilding), lose an reale Personen angelehnt. Schöler schöpft aus beidem Inspiration und erkundet dabei Themen von Kultur und Weltpolitik. Ein Eigensinn, der Fantasie und philosophische Reflexion nährt. Eine Verbindung zur Natur, ein Gefühl des Erhabenen, eine Sehnsucht nach Frieden (selbst wenn es nur im eigenen Viertel ist), das Nachwirken einer vergangenen Beziehung wie tiefgreifend auch immer: Stefan Schöler sucht hörbar nach Positivität, nach Hoffnung. Das ist auf diesem Album ebenso unverkennbar präsent wie auf dem vorherigen. Viele von uns, davon ist er überzeugt, haben ihre ganz eigenen persönlichen Psalmen. Genau wie die Athleten auf dem Cover. Er folgt seinem eigenen.
Falls du möchtest, kann ich dir auch eine etwas elegantere, pressetexttaugliche deutsche Fassung machen.
Music as a familiar conversation
Trio jazz can feel like an intimate conversation among close friends – personal, honest, and rich with subtle nuances.
Rather than aiming to please everyone or chant collective slogans, its charm unfolds in delicate interplay, as if the musicians are confiding something deeply personal to one another – beyond categories like "beautiful" or "exciting."
The audience listens to this intimate sonic dialogue as if eavesdropping on a private conversation: the seriousness of the participants is palpable, even if not every "word" can be deciphered.
In this space, listeners are invited to imagine their own images and stories into the music – until they themselves become part of this living dialogue.
This music is an invitation to listen, think, and experience together.
Programme and tradition As a composer, one operates within a personal musical universe – a connection that can be both inspiring and limiting. To open new perspectives, selected jazz standards and outside compositions occasionally find their way into the programme – staying true to jazz tradition.
An example is the composition Longing (F. Behrendt), performed here with the Schöler Trio Nord, featuring Felix Behrendt (bass) and Bruno Tagliasacchi (drums), at Alte Druckerei Ottensen in Hamburg.
Style and musical direction Over the years, the trio’s style has evolved from neo-bop to classic modern jazz. Rooted in the improvisational techniques of swing and bebop, the music also draws on the achievements of modal and modern jazz: the clear distinction between soloist and accompanist dissolves, harmonies extend beyond basic triads and seventh chords, tonal centres are blurred, and harmonic ascents are incorporated.
Melodically, alongside bebop-inspired patterns, increasingly free melodic lines emerge – embracing chromatic and non-diatonic paths. This spirit of experimentation gives the trio a distinct voice, clearly independent of the mainstream.
The programme consists mostly of original compositions by Stefan Schöler. Classical functional harmony serves as a unifying thread for bolder harmonic developments – often inspired by romantic and impressionist music. Variety arises through contrasts between compact, small-scale forms and more fully composed themes.
True to jazz tradition, the repertoire also includes selected standards, interpreted in a trio setting that lovingly connects them with the present. Improvisation takes priority; little is pre-arranged or fully notated. The result is music full of spontaneity and vitality.
An invitation to the audience This is jazz for an audience seeking contemporary musical truths, while still cherishing the timeless beauty of tradition.
In 2023, the Stefan Schöler Trio performed together with vibraphone legend David Friedman at the renowned Conversations Festival in Tübingen.